Zentrum für Verfolgte Künste
Virtuelle Vernetzung für Erinnerung und Aufklärung
Das Projekt „Zentrum für verfolgte Künste“ ist real unter dem Dach des Kunstmuseums Solingen, Wupeprtaler Str. 160, im Aufbau und dient dort sowie hier im Internet als interdisziplinäres Netzwerk von Aktivitäten gegen Vergessen, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit – für Toleranz und Aufklärung sowie als Forschungs- und Ausstellungsprojekt. Es geht uns dabei vor allem um eine zeitgemäße Form der Erinnerungskultur auf Basis von Werken und Biografien von vorbildhaften, widerständigen Persönlichkeiten aus Film und Literatur, Malerei und Architektur, Musik und Theater bis hin zu Geistes- und Naturwissenschaften und sogar Sport. Den Aufruf für dieses Zentrum haben 1994 mehr als 50 AutorInnen unterschrieben, darunter Herta Müler, Günter Grass, Reiner Kunze und Wolf Biermann, aber auch der Dichterpräsident Vaclav Havel und Salman Rushdie. Es geht um Erinnern für die Zukunft, denn Künstler und andere Intellektuelle werden verfolgt, so lange es autoritäre Regime gibt. Initiator war die Else-Lasker-Schüler-Stiftung „Verbrannte und verbannte Dichter/Künstler – für ein Zentrum der Verfolgten Künste.“ Mit Aktivitäten der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, ihren Kulturforen in Israel (Jerusalem und Tel Aviv), Polen (Breslau/Wroclaw), Tschechien (Prag), der Schweiz (Zürich), Italien (Catania) und Österreich (Wien) haben wir gezeigt, wie ein „Zentrum der Verfolgten Künste“ arbeiten kann: Mit Zeitzeugen in Schulen und Vereinen, mit einst verbotener Musik, verbotenen Filmen, mit Diskussionen, Lesungen, Ausstellung bis hin zu Slam-Poetry- und Jiddisch-Workshop für Jugendliche aus Israel, Palästina, Polen, Tschechien und Deutschland. Wir haben Theaterstücke über Else Lasker-Schüler, Peter Hille und Anna Politkowskaja initiiert sowie die pädagogische Internetplattform www.exil-club.de mit Schulen ans Netz geschaffen. Unter www.exil-archiv.de stehen inzwischen mehr als 1.60 Biografien verfolgter Künstler etc. Online. Dem Zentrumsvorhaben hat sich die Solinger Bürgerstiftung "Museum für verfemte Künste" angeschlossen, inzwischen unterstützt vom Landschaftsverband Rheinland.
Die Verfolgung kritischer Intellektueller scheint in Europa und auf der ganzen Welt eine Konstante der Geschichte zu sein, die zeitlich und geographisch weit über das Deutschland der NS-Zeit hinausreicht. Gerade heute wird der Umgang mit Fremden, Andersdenkenden und Kritikern zum Prüfstein demokratischer Gesellschaften. Umso wichtiger wird die Auseinandersetzung mit Exil und innerer Emigration, Vertreibung und Zensur insbesondere von Künstlern und Intellektuellen im Zeichen von Diktatur und Unfreiheit.
Vernetzung
Ausstellungen und Exponate
 Der Grundstock für eine ständige Ausstellung im
"realen" Zentrum der verfolgten Künste wurde von den beteiligten
Initiative
n und Stiftungen in den letzten Jahren erworben bzw. für das
Museum Baden gesichert.
Im
Wesentlichen handelt es sich dabei um ausgewählte Werke der
Kunstsammlung Gerhard Schneider, die Else-Lasker-Schüler-Sammlung mit
grafischen Werken der Dichterin sowie die Sammlung Serke, eine in
dieser Form bisland einzigartige Dokumentation von Manuskripten,
Erstausgaben, Briefen und Fotos verbrannter und verbannter Literaten. Das "virtuelle" Zentrum stellt ausgewählte Ausstellungen und Exponate hier vor.
Ausstellungseröffnung 2008 - ein weiterer Meilenstein erreicht
 Mit der Eröffnung der Ausstellung "Zentrum der
verfolgten Künste - Sammlung Jürgen Serke" wurde ein weiterer
Meilenstein auf dem Weg zum geplanten Zentrum im Museum Baden, Solingen
erreicht. Als Gäste und Festredner trugen u.a.
Jiri Grusa als Präsident des internationalen P.E.N.-Clubs, Dr. h.c.
Johannes Gerster als Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
zur feierlichen Eröffnung bei. Die Website des Exil-Zentrums
dokumentiert Veranstaltung und Redebeiträge.
Vision - ein Zentrum als zentraler Ausstellungs- und Veranstaltungsort
 Hier dokumentieren wir Grundsatzartikel, Aufrufe und Überlegungen zur
Verwirklichung des Zentrums.
Einige der in den letzten Jahren geforderten Maßnahmen sind in der Zwischenzeit erfolgt
- andere, zentrale Ideen wie der Ausbau des Museums Baden in Solingen zum realen
Zentrum der verfolgten Künste stehen noch aus bzw. bedürfen weiterhin der Förderung von
privater und öffentlicher Hand.
weiterlesen: Vision
Zentrum der verfolgten Künste
 Die
Else-Lasker-Schüler-Stiftung ist eine Gründung der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft,
Wuppertal und des PEN Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland, London. Seit 1999 ist die Stiftung selbständig.
Ziel ist ein interdisziplinäres Zentrum der verfolgten Künste. Den
Stiftungsaufruf unterzeichneten zahrlreiche Schriftsteller im In- und
Ausland, darunter so bekannte Autoren und Autorinnen wie Sarah Kirsch,
Günter Grass, Wolf Biermann und Salman Rushdie.
zum Stiftungsaufruf (pdf-download)
Fördern Sie die Arbeit des Zentrums!
Die bisherigen Etappenziele konnten bisher weitgehend mit Hilfe
privater Stiftungsmittel erreicht werden. Für die Sicherung des bisher
mühsam Erarbeiteten und die Verwirklichung des Zentrums der Verfolgten
Künste mit operativen Möglichkeiten im Forschungs-, Dokumentations- und
Bildungsbereichs sind die Projektträger dringend auf weitere
Fördermittel angewiesen.
weiterlesen: Fördern
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Dokumentation und Bildung:
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